| Zusammenfassung
FIBA Regel-Änderungen 2003
Gültig ab dem Spieljahr 2003
/ 04
1. Art. 21
Sprungball – Wechselnder Ballbesitz
1.1 Beschreibung
- Die
Regel "Wechselnder Ballbesitz" bedeutet, anstelle eines
Sprungballs das Spiel mit einem Einwurf fortzusetzen.
- In
jeder Sprungballsituation, außer zu Beginn jeder Halbzeit und
Verlängerung, erhalten die Mannschaften abwechselnd einen Einwurf
von der Stelle, die der Sprungballsituation am nächsten liegt.
- Der
Mannschaft, die beim Eröffnungssprungball zu Beginn jeder Halbzeit
und Verlängerung keine Ballkontrolle erlangt, steht als erster
der Einwurf nach der Regel "Wechselnder Ballbesitz"
zu.
- Der
Vorgang des Wechselnden Ballbesitzes beginnt, sobald ein Schiedsrichter
den Ball einem Spieler zum Einwurf zur Verfügung stellt, und endet,
sobald der eingeworfene Ball einen Spieler auf dem Spielfeld berührt
oder die einwerfende Mannschaft eine Regelübertretung begeht.
- Die
Mannschaft, die den Ball zum Wechselnden Ballbesitz erhält, wird
durch den "Einwurfanzeiger" gekennzeichnet, d. h. der
Anzeiger zeigt in Richtung des Korbs, auf den diese Mannschaft
spielt. Die Richtung des Einwurfanzeigers wird unmittelbar nach
Ende des Einwurfs umgekehrt.
- Sobald
eine Mannschaft zu Beginn jeder Halbzeit und Verlängerung Ballkontrolle
erlangt, wird der Einwurfanzeiger so gesetzt, dass er in Richtung
des Korbs dieser Mannschaft (das ist der Korb, den diese Mannschaft
verteidigt) zeigt. Zu Beginn der zweiten oder vierten Spielperiode
wird der Ball von der Mannschaft eingeworfen, welcher zum Ende
der ersten oder dritten Spielperiode der nächste Einwurf zusteht.
Dieser Einwurf erfolgt an der verlängerten Mittellinie gegenüber
dem Anschreibertisch. Der einwerfende Spieler steht dabei mit
je einem Fuß auf jeder Seite der verlängerten Mittellinie. Er
darf den Ball einem Spieler an jedem beliebigen Punkt auf dem
Spielfeld zupassen.
- Das
Recht auf Einwurf zum Wechselnden Ballbesitz geht verloren, wenn
die einwerfende Mannschaft gegen die Einwurf-Regel verstößt.
1.2 Beispiele
- Situation.
Bei einem Sprungball zu Beginn der ersten Spielperiode erlangt
Mannschaft A Ballkontrolle auf dem Spielfeld. In welche Richtung
wird der Einwurfanzeiger gesetzt?
Regelung.
Sobald Mannschaft A Ballkontrolle erlangt, wird der Anzeiger so
gesetzt, dass er in Spielrichtung der Mannschaft B zeigt. Dies
zeigt an, dass Mannschaft B der Ball für den nächsten Wechselnden
Ballbesitz zusteht.
- Situation.
Ein Schiedsrichter wirft den Ball zum Eröffnungssprungball hoch.
Unmittelbar nachdem der Ball von den Springern berührt wurde,
kommt es zu einem Halteball zwischen A4 und B4.
Regelung.
Da es noch zu keiner Ballkontrolle gekommen ist, kommt die Regel
"Wechselnder Ballbesitz" noch nicht zur Anwendung. Das
Spiel wird mit Sprungball zwischen den Spielern A4 und B4 fortgesetzt.
- Situation.
Während des Eröffnungssprungballs wird der Ball von Springer A5
regelwidrig berührt. Der 1. Schiedsrichter pfeift und spricht
den Ball Mannschaft B zum Einwurf nächst der Stelle der Regelübertretung
zu. Wie wird die Richtung für den Einwurfanzeiger festgelegt?
Regelung.
Die erste Ballkontrolle entsteht, sobald der Ball Mannschaft B
zum Einwurf zur Verfügung steht. Der Einwurfanzeiger wird in Richtung
für Mannschaft A gesetzt.
- Situation.
Mannschaft A steht der Ball zum Einwurf aufgrund Wechselnden Ballbesitzes
zu. Bevor der Einwurf von Mannschaft A beendet ist, wird ein Foul
gegen Mannschaft A oder B gepfiffen.
Regelung.
Der Wechselnde Ballbesitz wird durch ein Foul nicht beeinflusst.
Das Foul wird angeschrieben und bestraft. Mannschaft A steht der
Ball weiterhin zum nächsten Wechselnden Ballbesitz zu.
- Situation.
Mannschaft A begeht bei einem Einwurf aufgrund Wechselnden Ballbesitzes
eine Regelübertretung, indem sie die Einwurfstelle verlässt oder
mehr als fünf Sekunden für die Ballabgabe benötigt.
Regelung.
Wenn Mannschaft A die Einwurfregel verletzt, verliert sie das
Recht auf Einwurf durch Wechselnden Ballbesitz. Mannschaft B erhält
wegen der Regelübertretung den Ball zum Einwurf sowie das Recht
zum nächsten Wechselnden Ballbesitz.
- Situation.
Während des Spiels entsteht eine Sprungballsituation. Wie zeigt
der Schiedsrichter den Wechsenden Ballbesitz an?
Regelung.
Der Schiedsrichter gibt zuerst das Handzeichen Nr. 24 für die
Sprungballsituation. Danach zeigt er in die Spielrichtung, die
durch den Einwurfanzeiger vorgegeben ist.
2. Art. 27
Auszeit
2.1 Beschreibung
- Während
der normalen Spielzeit stehen jeder Mannschaft fünf Auszeiten
zu.
- Während
der ersten Halbzeit (erste und zweite Spielperiode) dürfen zwei
Auszeiten und während der zweiten Halbzeit (dritte und vierte
Spielperiode) dürfen drei Auszeiten genommen werden.
- Während
jeder Verlängerung steht jeder Mannschaft eine Auszeit zu.
- Nicht
genommene Auszeiten dürfen nicht auf die nächste Halbzeit oder
Verlängerung übertragen werden.
2.2 Hinweise
für den Anschreibebogen
- Der
bisherige Anschreibebogen kann weiterhin mit folgenden Änderungen
verwendet werden. Es sind zu streichen: Die Worte "in den
Spielperioden", die Zahlen "2.", "3."
und "4.". Anstelle "3." ist "2."
einzutragen. Somit beziehen sich "1." und "2."
auf die erste bzw. zweite Halbzeit. Die Eintragungen selbst erfolgen
nach wie vor mit der Spielminute und in der Farbe der aktuellen
Spielperiode.
3. Art. 39
24 Sekunden
3.1 Beschreibung
- Erlangt
ein Spieler die Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld,
muss seine Mannschaft innerhalb von 24 Sekunden einen Korbwurf
unternehmen.
- Unternimmt
die Mannschaft in Ballkontrolle innerhalb von 24 Sekunden keinen
Korbwurf, wird dies durch das 24-Sekunden-Signal angezeigt.
- Der
Ball muss die Hand oder Hände des Spielers bei einem Korbwurf
verlassen haben, bevor das Signal der 24-Sekunden-Anlage ertönt,
und der Ball muss anschließend den Ring berühren oder in den Korb
gehen.
- Erfolgt
ein Korbwurf kurz vor Ende der 24-Sekunden-Periode und das Signal
ertönt, während der Ball in der Luft ist, nachdem er die Hand
oder Hände des Spielers beim Korbwurf verlassen hat, gilt:
- Geht der Ball
in den Korb, zählt der Korb.
- Berührt der
Ball den Ring und geht nicht in den Korb, bleibt der Ball belebt.
Es hat sich keine Regelübertretung ereignet, und das Spiel wird
ohne Unterbrechung fortgesetzt.
3.2 Beispiele
- Situation.
Bei einem Korbwurf von A4 ertönt das 24-Sekunden-Signal, als der
Ball auf dem Weg zum Korb ist. Der Ball springt auf den Ring und
wird anschließend von a) A5 b) B5 gefangen.
Regelung.
In beiden Fällen handelt es sich um eine legale Aktion. Die Spieluhr
wird nicht gestoppt, und das Spiel geht mit neuen 24 Sekunden
weiter.
- Situation.
Nach einem Korbwurf von A4, und während der Ball sich noch in
der Luft befindet, ertönt das 24-Sekunden-Signal. Anschließend
geht der Ball a) direkt in den Korb oder b) mit oder ohne Spielbrettberührung
an den Ring und fällt dann in den Korb.
Regelung.
Der Korb zählt zwei oder drei Punkte. Das Ertönen des 24-Sekunden-Signals
verursacht keinen toten Ball.
- Situation.
Während der Ball sich bei einem Korbwurf von A4 in der Luft befindet,
ertönt das 24-Sekunden-Signal. Anschließend geht der Ball an das
Spielbrett (nicht an den Ring) und wird dann von a) A5, b) B5
gefangen.
Regelung.
In beiden Fällen handelt es sich um eine 24-Sekunden-Regelübertretung,
und das Spiel geht mit Ballbesitz für Mannschaft B weiter.
- Situation.
Mannschaft A erlangt Ballkontrolle in der vierten Spielperiode
mit noch 26 Sekunden auf der Spieluhr. A5 wirft 2,5 Sekunden vor
Ende der Spielperiode auf den Korb, und das 24-Sekunden-Signal
ertönt, als der Ball in der Luft ist. Anschließend springt der
Ball auf den Ring und wird von B5 weggetippt. Nun ertönt das Signal
zur Beendigung des Spiels.
Regelung.
Legale Aktion. Das Ertönen des 24-Sekunden-Signals bewirkt weder
einen toten Ball noch stoppt es die Spieluhr.
- Situation.
Der Korbwurf von A5 berührt nicht den Ring. B5 erlangt gleichzeitig
mit dem 24-Sekunden-Signal Ballkontrolle. Ist dies eine Regelübertretung?
Regelung.
Ja. Dies ist eine 24-Sekunden-Regelübertretung, da der Ball den
Ring nicht berührt hat.
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